Crowdfunding – was bedeutet es, welche Formen gibt es?

Was ist Crowdfunding

Was ist Crowdfunding

Der Begriff setzt sich aus den beiden englichen Begriffen „crowd“ (Menge, Menschenmasse) und „funding“ (Finanzierung) zusammen. Es bedeutet also grundlegend die Finanzierung durch viele einzelne Geldgeber.

Dabei ist dieser Finanzierungsform vor allem der Umstand geschuldet, dass es sich hierbei um Risikokapital handelt. Das ist insoweit wichtig, als dass die Geldgeber oder Investoren sich bewusst sein müssen, dass im Falle des Nichterfolgs das Kapital verloren ist. Auch sind die Träger einer Crowdfunding-Kampagne (die Emittenten) verpflichtet, auf diesen Umstand explizit hinzuweisen.

Dazu gibt es eine Reihe von Bestimmungen, die durch das neue AlternativFinanzierungs-Gesetz (AltFG) bestimmt sind. Dieses neue Gesetzt wurde im Juli 2015 beschlossen, soll im August verlautbart werden und schlussendlich mit 01.09. in Kraft treten. Details dazu gibt es in einem eigenen Beitrag.

Unterschiedliche Formen

Es gibt bezüglich der Art der Unterstützung verschiedene Ausprägungen des Crowdfunding, wobei sich 4 grundlegende Formen etabliert haben:

Equity-based Crowdfunding = Crowdinvesting

Diese Form ist die typische Investoren-Form. Dabei „kaufen“ sich die Geldgeber meist als stille Teilhaber in ein Unternehmen ein. Diese Investoren bleiben in der Regel für einen längeren Zeitraum an das Unternehmen gebunden und profitieren prozentuell vom Erfolg des Unternehmens oder in einem Exit-Modell auch vom Verkaufserlös des Unternehmens.

Lending-based Crowdfunding = Crowdlending

Bei dieser Form beteiligen sich die Investoren nicht am Unternehmen und gelten daher eigentlich nicht als Investoren sondern vielmehr als Darlehensgeber. Sie borgen dem Unternehmen Geld, das gemäß einer zu treffenden Vereinbarung zurückbezahlt wird.

Reward-based Crowdfunding = Crowdsponsoring

Diese aus dem Kultur- und Kreativbereich stammende Form des Crowdfundings ist eine nicht-gewinn-orientierte Variante. Sie wurde ursprünglich dazu genutzt, kreative Projekte (Film, Musik, Theater, …) überhaupt finanzieren zu können. Die Sponsoren erhalten dabei meist als erste die Möglichkeit, das Ergebnis (Theaterkarte, Film, Tonträger) vor allen anderen zu erhalten oder genießen zu können. Dabei steht der ideele Wert im Vordergrund, weil man als Investor sich der Sache verbunden fühlt oder es einfach gefällt. Es ist keine Rückzahlung im herkömmlich-monetären Sinn vorgesehen.

Donation-based Crowdfunding = Crowddonation

Diese Variante wird speziell im karitativen Projektfeld eingesetzt, da es sich hierbei um Spenden und nicht um eine klassische Investition handelt. Der Wert für den Spender liegt eher dabei, etwas Gutes getan zu haben. Durch gemeinwohlökonomische Überlegungen kann diese Variante jedoch auch durchaus für Unternehmen herangezogen werden. Zudem werden bei dieser Form vielfach auch Goodies an die Investoren vergeben (zB: Liegstuhl mit einem Sujet/Logo des Unternehmens, das ausschließlich für die Investoren gefertigt wird – als exklusives Geschenk).

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